Das Bundesamt für Statistik (BFS) führt alle zwei Jahre eine Befragung der Hochschulabsolventinnen und -absolventen durch, die einen Abschluss an einer Fachhochschule (FH) oder universitären Hochschule (UH) erlangt haben. Das Amt erhebt die Zahlen des Übergangs von der Hochschule in die Arbeitswelt und erfasst die Anzahl der Stellensuchenden. Im August 2026 wurden die Zahlen zur Situation des Abschlussjahrgangs 2024 ein Jahr nach Abschluss veröffentlicht:
Grundsätzlich sind die Berufsaussichten und Karrierechancen in der Schweiz nach einem Hochschulstudium (Fachhochschule oder Uni/ETH) nach wie vor gut.
Die Erwerbslosenquote ein Jahr nach Abschluss hat sich jedoch insgesamt zwischen 2023 und 2025 von 3.9% auf 6.4% (UH-Master) bzw. von 3.4% auf 4.9% (FH-Bachelor) erhöht.
Im Bereich Informatik ist das Stellenangebot in den letzten zwei Jahren deutlich zurückgegangen. Insbesondere Berufseinsteiger haben mehr Mühe, eine Stelle zu finden, als in den Jahren zuvor. Die Erwerbslosenquote nach einem FH-Bachelor ist von 3.0% auf 6.4% gestiegen.
Erhöht hat sich auch die Erwerbslosenquote in den Ingenieurwissenschaften (von 2.1% auf 4.8%), in den Naturwissenschaften von (4.5% auf 6.8%), in den Wirtschaftswissenschaften (von 3.5% auf 8.5%) sowie in den Geistes- und Sozialwissenschaften (von 5.1 auf 8.5%).
Ein Fachkräftemangel herrscht in den Bereichen Medizin und Pharmazie (Erwerbslosenquote 1.6%), und Pädagogik (Erwerbslosenquote von 0.7%). Der Lehrpersonenmangel hat sich jedoch entschärft, weil viele Personen ein Studium an einer Pädagogischen Hochschule begonnen haben und die Schülerzahlen in den nächsten Jahren zurückgehen werden (um 6% bis 2034).
Bei den Studiengängen der Bereiche Historische Wissenschaften, Kunst, Musik und Design kann es nach dem Studium länger dauern, bis eine geeignete qualifizierte Arbeit gefunden wird. Bei diesen Studiengängen liegt Erwerbslosenquote seit Jahren um 10%.
Der Hauptgrund, weshalb Absolvent/-innen keine Stelle finden, ist fehlende Berufserfahrung. Aber auch die wirtschaftliche Lage auf dem Arbeitsmarkt hat sich insgesamt eingetrübt.
Der Anteil der Absolvent/-innen, die nach eigenen Angaben Schwierigkeiten hatten, eine ihren Vorstellungen entsprechende Stelle zu finden, nahm zuletzt stark zu. Bei den UH-Masterabsolvent/-innen stieg er von 30.0% auf 44.1%, bei den FH-Bachelorabsolvent/-innen von 24.2% auf 36.9%.
Die Verdienstmöglichkeiten nach einem Studium (Einstiegslohn, unselbständige Tätigkeit) liegen zwischen 65'000 und 95'000Fr. Bei wachsender Berufserfahrung und mit dem Alter steigt der Lohn. Die Verdienstmöglichkeiten sind jedoch stark branchenabhängig.
So wird im Bereich Wirtschaft/Management noch immer am meisten verdient. Auch in den Bereichen Medizin und Recht können nach Erhalt eines Fachtitels und mit einigen Jahren Berufserfahrung überdurchschnittliche Löhne erzielt werden.
Ein Studium bietet auch eine gute Grundlage, um nach ein paar Jahren Berufserfahrung eine Führungsposition zu übernehmen. Viele Führungskräfte in der Schweiz haben einen Abschluss auf Stufe Fachhochschule oder Hochschule.
Aber auch Abschlüsse der höheren Berufsbildung bieten eine ausgezeichnete Grundlage, um eine Führungsposition zu übernehmen.